Ethik in Medizin und Pflege


Der etwa seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts viel strapazierte Begriff der „Bioethik“ steht für die ethische Reflexion des Umgangs mit der belebten Welt, speziell des Umgangs mit dem Menschen. Als praktisch-philosophische Wissenschaft gibt die Bioethik nicht allein einen Kanon an Regeln und Verboten vor, sondern möchte primär verantwortbare Handlungswege eröffnen. Dies gilt für die Wissenschaft ebenso wie für die übrigen von der Bioethik betrachteten Bereiche.

Im Laufe der vergangenen Jahre ist im Heinrich Pesch Haus die Beschäftigung insbesondere mit Themen aus dem Krankenhaus- und Pflegesektor zur guten Tradition geworden. Daran wollen wir auch mit dem vorliegenden Programm anknüpfen.

Als katholische Akademie gehen wir bei dieser Arbeit von zwei Prämissen aus: Erstens eröffnet eine im Glauben gründende christliche Existenz „Horizonte und erschließt verschlossene Möglichkeiten des Handelns“, wie Franz Böckle formulierte. In diesem Sinne versuchen wir, ein bestimmtes Profil umzusetzen. Zweitens ist es einer christlich-ethischen Position aber auch aufgetragen, ihre prinzipielle Gesprächsfähigkeit gegenüber anderen (weltanschaulichen und philosophischen) Positionen beizubehalten und vordergründige Plausibilitäten (fremde wie die eigenen) in Frage zu stellen. Ethische Positionen wollen aus sich heraus kommunikations- und zustimmungsfähig sein.

Dementsprechend möchten wir alle beruflich wie auch privat am Thema „Ethik in Medizin und Pflege“ Interessierten einladen, im Rahmen unseres vielfältigen Angebotes Wege zu entdecken, wie der Mensch mit dem Menschen umgehen kann.